Für eine atom- und kohlefreie Energieversorgung – sozial, ökologisch, dezentral und selbstverwaltet

Im Zuge der breiten Massenmobilisierungen nach Fukushima gab es letztes Jahr bunten und effektiven Widerstand gegen die Jahreshauptversammlung von RWE. Seit diesen Protesten und den darauf folgenden Atommoratorien der Bundesregierung musste der Konzern zwar sein Atomkraftwerk Biblis abschalten, ist jedoch von einem umwelt- und menschenfreundlichen Energiemix so weit entfernt wie eh und je.

Die Atomkraftwerke Emsland und Gundremmingen laufen noch und RWE plant unbeirrt weiter Atomkraftwerksneubauten im europäischen Ausland, u.a. im niederländischen Borssele, wo der Konzern auch schon zu 30 % an einem weiteren Meiler beteiligt ist. Ebenso ist RWE immer noch Anteilseigner an der Urananreicherungsanlage in Gronau. Dort wird Uran für ca. 10 % aller weltweiten eingesetzten Brennelemente hergestellt. Gleichzeitig baut RWE neue Braunkohlekraftwerke im Rheinischen Braunkohlerevier und plant noch weitere Kraftwerksneubauten wie das 1100MW BoAplus-Kraftwerk in Niederaussem, obwohl das Revier schon jetzt die größte CO2-Quelle Europas darstellt. Wegen des Braunkohleabbaus wird Stück für Stück des ehemals 4500 ha großen Hambacher Forsts weiter abgeholzt und ganze Dörfer werden umgesiedelt. Zugleich ist RWE-Dea in Niedersachsen bei der unkonventionellen Erdgasförderung (Fracking) im Geschäft, wo es zu großflächigen Grundwasserverseuchungen mit krebserregendem Benzol gekommen ist. Dem gegenüber stehen die geradezu jämmerlichen Investitionen in die erneuerbaren Energien des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns, mit welchen er lediglich ein grünes Image vortäuscht. Knapp zusammengefasst: RWE ist der dreckigste Energiekonzern Europas.

Dazu passt dann auch dass der RWE-Manager Dr. Fritz Vahrenholt mit seinem klimaskeptischen Buch „Die kalte Sonne“ den Klimawandel in dem Maße relativiert, dass wir uns noch ruhig Zeit lassen können und die Bild titelt „Die CO2-Lüge. Stoppt den Wahnwitz mit Solar- und Windkraft“. Das Ziel dieser ideologischen Mobilmachung im wissenschaftlichen Deckmäntelchen ist es den Prozess der „Energiewende“ deutlich abzubremsen, um so Marktanteile für den Monopolisten RWE zu erhalten. So wie auch die fotschreitende Aushölung des Erneuerbaren-Energien-Gesetztes der Regierung einen Ausbau der Erneuerbaren massiv ausbremst. Dagegen hilft nur praktischer Widerstand, eine konsequentere Fortführung der Energiewende und die Abwicklung von RWE, bei der die Gesellschaft nicht auf den Kosten sitzen bleibt.

 

Unsere Perspektive: Energiedemokratie

Der Kampf für eine gerechte Gesellschaft muss konkret werden und der Energiesektor ist das fossil-atomare Herz des Kapitalismus. Hier stehen die Energiekonzerne symptomatisch für ein wachstumsbasiertes und ressourcenverschwenderisches Gesellschaftmodell. Unser Ziel ist es die vier großen Energiekonzerne zu vergesellschaften. Energie gehört in Bürger_innenhand – sozial, ökologisch, dezentral und selbstverwaltet! Nur so lässt sich eine grundlegende und nachhaltige Energiewende und ein kompletter Atomausstieg wirklich umsetzen. Wir brauchen eine Gesellschaft in der nachhaltiges Wirtschaften und ein solidarischer Umgang belohnt wird und nicht Gewinne privatisiert und Kosten der Allgemeinheit aufgebürdet werden.

 

Für eine Zusammenführung der Energiekämpfe

Der Widerstand gegen RWE nimmt weiter zu. Die Anti-Atom-Bewegung bleibt wachsam und wird den Widerstand u.a. gegen die Uranfabrik in Gronau verstärken. Gleichzeitig wächst die Anti-Braunkohlebewegung und dehnt ihre Aktivitäten aus. Verschiedenste Aktivist_innen stricken an einer Vernetzung aller Energiekämpfe. Menschen aus den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland, aus Anti-Fracking-Initiativen, Bürger_inneninitiativen gegen die Folgen des Braunkohleabbaus, sowie Anti-Atom-, Klima- und Umweltinitiativen als auch aus der Occupy-Bewegung, anarchistischen und linken Gruppen werden sich vor der Jahreshauptversammlung von RWE treffen.

 

Der richtige Ort für Widerstand: die Jahreshauptversammlung

Die Jahreshauptversammlung ist der Ort, um vielfältigen Widerstand zu leisten und die verschiedenen Energiekämpfe zusammenzuführen. Die Anteilseigner_innen von RWE, die auf eine hohe Dividende setzen, sind mitverantwortlich an der zerstörerischen Energieproduktion des Konzerns. Es sind Kommunen, die großen Versicherungsgesellschaften wie die Allianzversicherung und Münchner Rück, aber auch viele Kleinanleger_innen. Wir wollen dafür sorgen, dass die Unterstützung von RWE wegbricht, indem wir uns bei der Jahreshauptversammlung quer stellen! Wir werden dem Energieriesen den Stecker ziehen!

 

Was wir vorhaben:

Wir wollen vom 18. auf den 19.04.2012 ein Protestcamp vor der Grugahalle in Essen auf die Beine stellen und uns am 19.04.2012 effektiv und vielfältig bei der Jahreshauptversammlung quer stellen.

 

18.-19.04. 2012 Protestcamp vor der Grugahalle in Essen

19.04. ab 8:00 Uhr Wir stellen uns bunt und vielfältig gegen die Jahreshauptversammlung quer!

 

Energiewende bleibt Handarbeit!

 

Http://rweunplugged.blogsport.eu

Email: rweunplugged (Ät) riseup · net